Das Röhrenmeßgerät Funke W19 - Aufbau und Arbeitsweise

Die Fassungen

Das W19(S) trägt auf der Bedienplatte bis zu 26 Fassungen. Ich verwende im Folgenden die Zählweise aus dem Band 14. KF Müller hat die Fassungen durchnumeriert, damit er in seinen Tabellen darauf Bezug nehmen kann. Zunächst zwei Fotos von oben auf die Bedienplatte. Links ein W19, rechts ein W19S. Deutlich zu sehen, dass das W19S mehr Fassungen anbietet.

Foto_Bedienplatte_W19_400

Die Bedienplatte eines W19

Foto_Bedienplatte_W19S_MitKringel_400

Die Bedienplatte eines W19S

Die zusätzlichen Fassungen sind:

Links oben: die Septarfassung (F1)
Mitte oben: die Nuvistorfassung (F3)
Rechts oben: die 9-Stift Loktalfassung (F7)
Rechts: eine zusätzliche Oktalfassung
Links unten: die Magnovalfassung (F25) und die Dekalfassung (F26)

Nachstehend ein Auszug aus der Bedienungsanweisung. Bitte beachtet, dass die Grafik die Bedienplatte von unten zeigt. Für Einzelheiten bitte auf die Fassung klicken.

Seite18_Fassungen_W19S_mit_FNummern_820Siemens 9-StiftNuvistorSiemens 5-StiftSiemens 7-StiftSpezialfassungLoktal 9-StiftSeptar
Der Subminiatur-Zwischensockel
Der 3B4-Zwischensockel
Der 2C51-Zwischensockel
Der Compactron-Adapter

Hier noch ein Foto meines W19S mit der Produktionsnummer 32.838. Wie Ihr seht hat dieses Gerät eine zusätzliche Novalfassung neben der Miniaturfassung. Diese Fassung ist nicht nachträglich eingebaut worden. Das ist an der originalen Verdrahtung erkennbar.

Welche Bedeutung mag diese Fassung haben?

Foto_Bedienplatte_32838_Noval_oben_400

Zusätzliche Novalfassung von oben gesehen

Foto_Bedienplatte_32838_Noval_unten_400

Zusätzliche Novalfassung von unten gesehen

Ich habe die Anschlüsse einmal durchgemessen. Dabei hat sich ergeben, dass die Heizfadenanschlüsse, Pin 1 und Pin 7 wie bei der originären Novalfassung F23 verdrahtet sind. Die verbleibenden fünf Pins sind hingegen abenteuerlich belegt. Bei genauerem Hinsehen fallen einem allerdings Parallelen zur Sockelung von Abstimmanzeigern auf. Hier die Verdrahtung dieser Novalfassung.

Grafik_Novalfassung_für_EM800_400
Foto_EM800_S12_200

EM 800 in Schalterstellung 12

Foto_UM85_S12_200

UM 85 in Schalterstellung 12

Foto_EM800_S13_200

EM 800 in Schalterstellung 13

Foto_UM85_S13_200

UM 85 in Schalterstellung 13

Es ist tatsächlich so, dass sich mit dieser Fassung und den originalen Prüfkarten die EM 800, die EM 87 und die UM 85 betreiben lassen.

Das Abstimmfeld leuchtet.

In Schalterstellung 12 liegen am Steuergitter 0 V an, was den Leuchtwinkel minimal werden lässt. Schaltet man in Stellung 13 liegen am Steuergitter ca. -2 V an, was normalerweise die Steuerwirkung testet. Hier bewirkt es, dass der Leuchtbalken etwas länger wird.

Eine variable Aussteuerung ist nicht möglich, weil das W19 keine Einstellmöglichkeit anbietet.

Hier einige Fotos zu den Versuchen:

Foto_EM87_S12_200

EM 87 in Schalterstellung 12

Foto_EM87_S13_200

EM 87 in Schalterstellung 13

Die anderen Abstimmanzeiger mit gleicher Sockelschaltung leuchten nur diffus. Ursache ist der Außenwiderstand. Bei dieser Fassung ist er mit 220 kOhm fest vorgegeben. Leider passt dieser Wert nur für die drei genannten Röhren.

Typ

 

Empfohlener Außenwiderstand

EM 800

 

200 kOhm

EM 87

6 HU 6

100 kOhm

UM 85

 

180 kOhm

EM 84

6 FG 6

470 kOhm

EM 85

6 DU 6

470 kOhm

PM 84

9 FG 6

470 kOhm

UM 84

12 FG 6

500 kOhm

HM 85

 

470 kOhm

Wer ein W19S mit dieser Fassung besitzt darf mir eine Email schreiben und mir die Produktionsnummer mitteilen. Es muss einmal eine Serie gegeben haben, welche diese Besonderheit hatte.

Ich kann es mir nur so erklären, dass die Bundeswehr einige Geräte dieser Art geordert hatte. Die Gründe werden wir wohl nie erfahren.