Das Röhrenmeßgerät Funke W19 - Aufbau und Arbeitsweise

Selbsttest des Geräts

Welcher Anwender hat sich jemals Gedanken darüber gemacht, ob sein W19 überhaupt fehlerfrei arbeitet? Die meisten würden staunen, wenn sie wüssten was alles nicht in Ordnung ist.

Im Downloadbereich biete ich eine Mehrzahl von Prüfkarten an, mit denen man sein W19 von außen  - also ohne es öffnen zu müssen - auf Herz und Nieren prüfen kann. Erforderlich ist in der Hauptsache nur ein digitales Multimeter, was vermutlich jeder zur Hand hat.

Was soll denn da eigentlich geprüft werden? Nun, es gibt eine ganze Reihe von Funktionen, die man separat prüfen sollte. Darunter fallen insbesondere der Prüfschalter und der Glimmstabilisator. Hier eine Liste:

- Schluss Heizfaden gegen Kathode:
Die Karte S0003 simuliert einen Übergangswiderstand von 220 kOhm zwischen Heizfaden und Kathode. Das Instrument sollte leicht nach links ausschlagen.

- Schluss Kathode gegen Anode:
Die Karte S0004 simuliert einen Übergangswiderstand von 220 kOhm zwischen Kathode und Anode. Das Instrument sollte leicht nach links ausschlagen.

- Schluss Kathode gegen Hilfsgitter:
Die Karte S0005 simuliert einen Übergangswiderstand von 220 kOhm zwischen Kathode und Hilfsgitter. Das Instrument sollte leicht nach links ausschlagen.

- Schluss Kathode gegen Steuergitter:
Die Karte S0006 simuliert einen Übergangswiderstand von 220 kOhm zwischen Kathode und Gitter. Das Instrument sollte leicht nach links ausschlagen.

- Schluss Kathode gegen 2. Anode:
Die Karte S0007 simuliert einen Übergangswiderstand von 220 kOhm zwischen Kathode und der 2. Anode bei Zweiweggleichrichterröhren. Das Instrument sollte leicht nach links ausschlagen.

- Schluss Steuergitter gegen Hilfsgitter:
Die Karte S0008 simuliert einen Übergangswiderstand von 220 kOhm zwischen Gitter und Hilfsgitter. Das Instrument sollte leicht nach links ausschlagen.

- Schluss Steuergitter gegen Anode
Die Karte S0009 simuliert einen Übergangswiderstand von 220 kOhm zwischen Steuergitter und Anode. Das Instrument sollte leicht nach links ausschlagen.

- Schluss Hilfsgitter gegen Anode
Die Karte S0010 simuliert einen Übergangswiderstand von 220 kOhm zwischen Hilfsgitter und Anode. Das Instrument sollte leicht nach links ausschlagen.

- Prüfung der Brennspannung des Glimmstabilisators (statische Prüfung):
Mit der Karte S0001 lässt sich die Brennspannung am Glimmstabilisator im Leerlauf messen. Sie sollte möglichst genau 150 V betragen. Was tun, wenn die Spannung stark abweicht?
1. Ist der Glimmstabilisator neu? Dann muss er ggf. erst einmal 24 Stunden einbrennen.
2. Ist die Brennspannung zu gering? Maßnahmen zur Anpassung findet Ihr hier.
3. Ist die Brennspannung zu hoch? Maßnahmen zur Anpassung findet Ihr hier.
4. Läuft die Brennspannung innerhalb von 20 Minuten um mehrere Volt hoch? Dann könnt Ihr vermutlich nichts daran machen. Ich empfehle einen anderen Glimmstabilisator.

- Prüfung des Gitterwiderstands:
Die Emissionsprüfung erfolgt immer mit Ug1 = 0 V. Max erreicht das, indem er mit dem Prüfschalter einen Widerstand von 2000 Ohm zwischen Gitter und Kathode schaltet. Die Karte S0011 misst den Widerstand. Ist er höher als 2000 Ohm, werden die Messergebnisse nach unten verfälscht. Das entsteht dadurch, dass sich auf dem Gitter negative Ladungen ansammeln, die nicht schnell genug abfließen können. Das negativ geladene Gitter hemmt den Stromfluss durch die Röhre was wiederum eine zu geringe Emission vortäuscht. Vgl. hierzu das Kapitel Schalterstellung 12.
Falls das Ohmmeter einen deutlich anderen Wert anzeigt kommt als Fehlerursache der Prüfschalter in Betracht. Die Kontakte müssen natürlich sauber sein, sonst erzeugen sie Übergangswiderstände. Daneben kann der Widerstand selbst schadhaft sein. Hier sein erwähnt, dass der Widerstand von 2000 Ohm tatsächlich in zwei Widerstände von je 1000 Ohm geteilt ist. Einer der Widerstände befindet sich am Prüfschalter und der andere unter dem Kreuzschienenverteiler.

- Prüfung der Steuergitterspannung in Schalterstellung 12:
Ich hatte einmal ein W19S, das regelmäßig zu niedrige Emissionen anzeigte. Nach langem Suchen habe ich festgestellt, dass der Gitterwiderstand schadhaft sein musste. Eine Widerstandsmessung mit dem Multimeter ergab jedoch einen Wert von 2000 Ohm. Ich habe dann die Gitterspannung bei der Prüfung einer EL 84 einmal mit dem Multimeter nachgemessen und fand einen Wert von ca. 1,5 V. Das ist viel zu viel. Es sollen ja zumindest theoretisch 0 V sein. Ich habe den Gitterwiderstand getauscht und das Problem war behoben. Kaum zu glauben. Aus diesem Anlass habe ich die Karte S0012 entwickelt. Sie ermöglicht die Messung der Gitterspannung während der Prüfung einer EL 84.
Sollte sich eine Steuergitterspannung von mehr als 0,05 V einstellen, muss man die Kontakte am Prüfschalter reinigen und/oder die Gitterwiderstände prüfen. Vgl. hierzu Karte S0011.
Die Prüfung mit der Karte S0011 ist nicht hundertprozentig. Um genaue Messergebnisse zu erzielen muss man das Voltmeter unmittelbar an die Sockelstifte der Röhre anklemmen.

- Prüfung der Anzeigegenauigkeit des Instruments:
Das Instrument arbeitet erfahrungsgemäß recht genau. Dennoch sollte man die Anzeigegenauigkeit mit einem Multimeter einmal überprüfen. Die Karten S0013 bis S0020 ermöglichen es, einen Strom gleichzeitig durch das Instrument und durch ein Multimeter zu schicken und die Anzeigen zu vergleichen. Es macht Sinn, diesen Test für alle 8 Messbereiche durchzuführen. Wenn ein Messbereich in Ordnung ist, lässt das keinen Schluss auf die anderen Messbereiche zu, weil jeder Messbereich andere Messwiderstände im Instrument nutzt.

- Prüfung der negativen Gitterspannung:
In Stellung 12 werden -2,8 V an das Steuergitter gelegt. Mit der Karte S0021 kann man prüfen, ob diese am Gitter ankommen.

- Prüfung des Gitterwiderstands von 1 MOhm
Die Vakuumprüfung erfolgt mit einem Gitterwiderstand von 1 MOhm. Mit der Karte S0022 kann man den Wert überprüfen. Kleinere Abweichungen (+/- 100K sind ohne Bedeutung). Beachten Sie, dass ein verschmutzter Prüfschalter Übergangswiderstände hervorrufen kann.

Es folgen Prüfkarten zu den Federkontakten des Prüfschalters. Fehler bei den Federkontakten sind nicht selten. Die folgenden Prüfungen sollte durchgeführt werden, um zu erkennen, wenn die Federkontakte nicht schließen und dadurch bestimmte Prüfungen des W19 nicht durchgeführt werden.

- Prüfung des Federkontakts “a”:
Mit der Karte S0023 wird der Federkontakt “a” des Paketschalters auf Durchgang geprüft. Idealerweise sollte der gemessene Widerstandswert 0 Ohm betragen. Tatsächlich sind es 0,02 Ohm. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung der Federkontakte “b” und “c”:
Mit der Karte S0024 werden die Federkontakte “b” und “c” des Paketschalters gleichzeitig auf Durchgang geprüft. Der gemessene Widerstandswert muss in Stellung 2 ca. 0,2 Ohm betragen. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Federkontakts “d”:
Mit der Karte S0025 wird der Federkontakt “d” des Paketschalters auf Durchgang geprüft. Da in der G2-Leitung ein Widerstand sitzt, der nicht im Schaltbild eingezeichnet ist, muss der gemessene Widerstandswert ca. 100 Ohm betragen. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Federkontakts “e”:
Mit der Karte S0026 wird der Federkontakt “e” des Paketschalters auf Durchgang geprüft. Der Stromweg führt über Widerstände des Spannungsteilers. Demnach muss der gemessene Widerstandswert ca. 650 Ohm betragen. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Federkontakts “f”:
Mit der Karte S0027 wird der Federkontakt “f” des Paketschalters auf Durchgang geprüft. Der Stromweg führt in Stellung 11 über die 10 V - Wicklung des Netztransformators. Demnach muss der gemessene Widerstandswert ca. 1 Ohm betragen. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Federkontakts “g”:
Mit der Karte S0028 wird der Federkontakt “g” des Paketschalters auf Durchgang geprüft. Der Widerstandswert muss für den Federkontakt “g” in Stellung 14 ca. 1 MOhm betragen. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Federkontakts “h”:
Mit der Karte S0029 wird der Federkontakt “h” des Paketschalters auf Durchgang geprüft. Der Widerstandswert muss für den Federkontakt “h” in Stellung 13 ca. 1,1 kOhm betragen. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Federkontakts “i”:
Mit der Karte S0030 wird der Federkontakt “i” des Paketschalters auf Durchgang geprüft. Der Widerstandswert muss in Stellung 13 ca. 1,1 kOhm betragen. Aus dem Schaltplan ist der gemessene Widerstandswert nicht herzuleiten, weil Max Details im Schaltplan weggelassen hat. Dazu gehören auch Widerstände von 100 Ohm. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Federkontakts “k”:
Mit der Karte S0031 wird der Federkontakt “k” des Paketschalters auf Durchgang geprüft. Der gemessene Widerstandswert muss in Stellung 13 ca. 1,5 kOhm betragen. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Federkontakts “l”:
Mit der Karte S0032 wird der Federkontakt “l” des Paketschalters auf Durchgang geprüft. Der gemessene Widerstandswert muss in Stellung 14 ca. 1 MOhm betragen. In den übrigen Schalterstellungen ergeben sich andere Werte. Sie sind auf der Karte vermerkt. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Federkontakts “m”:
Mit der Karte S0033 wird der Federkontakt “m” des Paketschalters auf Durchgang geprüft. Der gemessene Widerstandswert muss in Stellung 10 ca. 0,5 Ohm betragen. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Federkontakts “n”:
Der Federkontakt “n” soll hier der Vollständigkeit wegen erwähnt werden. Dieser Kontakt verbindet das Gerät mit dem Stromnetz. Lässt sich das Gerät nicht einschalten, sollte dieser Kontakt überprüft werden. Möglicherweise ist er oxidiert. Andererseits kann es sein, dass sich das Gerät nicht ausschalten lässt. Dann müsst Ihr die Kontaktfahne etwas nachbiegen, bis sie in Schalterstellung 1 sauber öffnet.

Es folgen Prüfkarten zum Drehschalter. Fehler im Drehschalter sind sehr selten.

- Prüfung der Drehschalterkontakte 2 und 3:
Die Karte S0034 prüft die Drehschalterkontakte 2 und 3. Der gemessene Widerstandswert muss in Stellung 2 und 3 ca. 0,2 Ohm betragen. Den Schaltplan findet ihr hier.

- Prüfung der Drehschalterkontakte 4, 9 und 10:
Die Karte S0035 prüft die Drehschalterkontakte 4, 9 und 10. Der gemessene Widerstandswert muss in den Stellungen 4, 9 und 10 je ca. 0,2 Ohm betragen. Den Schaltplan findet ihr hier.

- Prüfung der Drehschalterkontakte 5 und 8:
Die Karte S0036 prüft die Drehschalterkontakte 5 und 8. Der gemessene Widerstandswert muss in den Stellungen 5 und 8 je ca. 0,2 Ohm betragen. Den Schaltplan findet ihr hier.

- Prüfung des Drehschalterkontakts 6:
Die Karte S0037 prüft den Drehschalterkontakt 6. Der gemessene Widerstandswert muss in der Stellung 6 ca. 0,2 Ohm betragen. Den Schaltplan findet ihr hier.

- Prüfung des Drehschalterkontakts 7:
Die Karte S0038 prüft den Drehschalterkontakt 7. Der gemessene Widerstandswert muss in der Stellung 7 ca. 0,2 Ohm betragen. Den Schaltplan findet ihr hier.

- Prüfung des Drehschalterkontakts 11:
Die Karte S0039 prüft den Drehschalterkontakt 11. Der gemessene Widerstandswert muss in der Stellung 11 ca. 50 Ohm betragen. Den Schaltplan findet ihr hier.

- Prüfung der Drehschalterkontakte 12, 13 und 14:
Die Karte S0040 prüft die Drehschalterkontakte 12, 13 und 14. Der gemessene Widerstandswert muss in den Stellungen 12 bis 14 je ca. 50 Ohm betragen. Den Schaltplan findet ihr hier.

Es folgen Prüfkarten zum Test einzelner Komponenten.

- Prüfung des Widerstands von 1190 Ohm im Spannungsteiler
Die Karte S0041 zielt auf die drei Widerstände im Spannungsteiler von 1000 Ohm und zweimal 95 Ohm. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Widerstands von 1880 Ohm im Spannungsteiler
Die Karte S0042 zielt auf den Widerstand im Spannungsteiler von 1880 Ohm. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Widerstands von 2225 Ohm im Spannungsteiler
Die Karte S0043 zielt auf den Widerstand im Spannungsteiler von 2225 Ohm. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Widerstands von 1515 Ohm im Spannungsteiler
Die Karte S0044 zielt auf den Widerstand im Spannungsteiler von 1515 Ohm. Den Schaltplan findet Ihr hier

- Prüfung des Widerstands von 1010 Ohm im Spannungsteiler
Die Karte S0045 zielt auf den Widerstand im Spannungsteiler von 1010 Ohm. Den Schaltplan findet Ihr hier

- Prüfung des Widerstands von 500 Ohm im Spannungsteiler
Die Karte S0046 zielt auf den Widerstand im Spannungsteiler von 500 Ohm. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Widerstands von 90 Ohm im Spannungsteiler
Die Karte S0047 zielt auf die Widerstände im Spannungsteiler von 50 und 40 Ohm. Die beiden Widerstände werden gemeinsam geprüft, weil sie einzeln nur über den Schaltkontakt “i” abgegriffen werden könnten. In dieser Leitung sind jedoch versteckte Widerstände eingebaut, die das Prüfungsergebnis verändern würden. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Kondensators
Die Karte S0048 prüft den Glättungskondensator von 8 µF. Den Schaltplan findet Ihr hier.

- Prüfung des Kondensators
Die Karte S0049 prüft den Widerstand im Messwerk von 9920 Ohm. Nähere Erläuterungen findet Ihr hier. Den Schaltplan dazu findet Ihr hier.