Das Röhrenmeßgerät Funke W19 - Aufbau und Arbeitsweise

Der Netztransformator

Der Netztransformator liefert alle zur Prüfung erforderlichen Spannungen. Ein verschmorter Netztransformator stellt einen beträchtlichen Schaden dar. Ersatz ist nur möglich, wenn die Spule neu gewickelt wird. Karl-Friedrich Müller gibt in seinem Buch die Wickeldaten an, was eine Reparatur möglich macht.

Die Primärwicklung ist über die Feinsicherung und den Prüfschalter direkt mit der Spannungsquelle verbunden. Sie hat Abgriffe für 110, 125, 150, 220 und 240 V. Von Bedeutung sind heute nur die Abgriffe für 220 und 240 V, da es keine anderen Lichtnetze mehr gibt. Derzeit liefern die Energieversorger 230 bis 235 V, was ggf. eine Anpassung erforderlich macht.

Der Netztransformator liefert sekundär folgende Spannungen:

  • Heizspannungen von 0,7 V~ bis 117 V~ in 14 Abgriffen
  • Anodenspannung 200 V~ (?) zur Gleichrichtung mit der AZ 12
  • Anodenspannungen von 10, 30, 60 und 100 V~ für die Prüfung von Gleichrichterröhren.
  • Heizspannung 4 V~ für die AZ 12

Erwähnt sei hier der Umstand, dass alle Wicklungen auf einen gemeinsamen Kern aufgebracht sind und sich damit gegenseitig etwas beeinflussen.

Foto_Netztransformator_400 Die Wickeldaten des Netztransformators

Netztransformator

Ich habe einmal die Sekundärspannungen nachgemessen.

Betriebsbedingungen für mein W19S (Produktionsnummer 32.838):
- Über Regeltransformator 240 V am 240 V Abgriff
- Gerät ist in Schalterstufe 2 geschaltet
- Gerät ist im entweder im Leerlauf, d.h. nur die AZ 12 und der GR 150/DA sind in Betrieb (Spalte 3) oder unter Belastung (Spalte 4)
- Es ist keine Röhre aufgesteckt und keine Prüfkarte aufgelegt

Zunächst die Wechselspannungen im Leerlauf und mit Belastung:

Klemme

Spannung konzeptionell

Im Leerlauf

Bei 80 mA Belastung

1 - 2

10 V

2,2 V

2,0 V

2 - 3

8,6 V

8,4 V

3 - 4

20 V

21,0 V

20,5 V

4 - 5

30 V

32,6 V

32,0 V

5 - 6

40 V

43,6 V

41,5 V

Gesamtspannung

100 V

108,0 V

104,4 V

Und nun die Heizspannungen ebenfalls im Leerlauf und mit Belastung:

Klemme

Spannung konzeptionell

Im Leerlauf

Bei 50 mA Belastung

9 - 10

35 V

37,3 V

37,0 V

8 - 9

21 V

22,1 V

21,9 V

7 -8

5 V

5,3 V

5,3 V

20 - 7

5,7 V

6,07 V

6,06 V

19 - 20

3,3 V

3,6 V

3,55 V

18 - 19

0,7 V

0,71 V

0,71 V

17 - 18

0,7 V

0,71 V

0,71 V

16 - 17

0,3 V

0,36 V

0,36 V

15 - 16

1 V

1,07 V

1,05 V

14 - 15

0,3 V

0,36 V

0,36 V

13 - 14

1 V

1,05 V

1,06 V

12 - 13

16 V

16,8 V

16,7 V

11 -12

27 V

29,2 V

29,0 V

Gesamtspannung

117 V

 

 

Und nun die Anodenspannung:

Max vermerkt im Schaltbild 200 V am höchsten Abgriff. Mehr ist leider nicht bekannt. Die Messungen liefern folgendes Ergebnis:

- Am Transformator: 210 V   (Bei gezogener AZ 12 gemessen)
- Am Transformator: 203 V   (Mit AZ 12 und GR 150/DA gemessen)
- Am Kondensator:  222 V   (Mit AZ 12 und GR 150/DA gemessen)

- Bei Belastung von 80 mA am Kondensator:    185 V=

Am W19/S ist es nachteilig, dass alle Bauteile an der Trennwand des Gehäuses befestigt sind. Viele Lötstellen sind nur schwer erreichbar. Dazu schlage ich folgende Verbesserung vor:

Die Bauteile werden auf einer Montageplatte befestigt. Ist ein Eingriff notwendig, kann die Montageplatte mit allen Bauteilen und der Bedienplatte leicht entnommen werden.

Wer beim Zusammenbau Probleme hat, findet hier die Anschlüsse an den Widerständen.

Foto_Montageplatte_820

Die fertig aufgebaute Montageplatte

Die Platte darf nicht mehr als 10 mm dick sein, weil sonst der Glimmstabilisator nach dem Zusammenbau an den Prüfschalter stößt. Die Platte füllt in der Länge den gesamten zur Verfügung stehenden Raum aus.

Befestigt habe ich die Platte mit zwei Gewindeschrauben. Dazu werden in die Zwischenwand zwei Löcher gebohrt und vom Kartenfach aus Gewindehülsen eingesetzt. Die abgebildeten Hülsen habe ich aus alten Möbeln ausgebaut und auf der Drehbank etwas entschärft.

Foto_Hülsenschrauben
Montageplatte_400

Layout der Montageplatte von der
Bestückungsseite aus gesehen

Hülsenschrauben

Der Zuschnitt der Platte ist 100 x 325 mm. Das Layout seht ihr nebenstehend. Ich habe es in zwei Teilen dargestellt, weil es sonst nicht auf ein DIN-A 4 Blatt gepasst hätte.

Druckt es aus und klebt die zwei Teile aneinander. Dort wo sich die Linien schneiden bohrt ihr Löcher von 4 mm. Außer bei der Position für die Fassung der AZ 12; diese wird mit Holzschrauben befestigt.

Ihr benötigt 4 mm Senkkopfschrauben, damit die Platte gut anliegt.

Ist der Netztransformator durchgebrannt wird es schwierig. Ein Sammler hat einmal einen neuen Tranformator wickeln lassen. Hier die Rechnung, die er mir freundlicherweise in Kopie überließ. Die Rechnung bezieht sich nur auf das Kupfer und die Arbeit. Die Kernbleche und den Wickelkörper muss man der Firma überlassen.

Wer eine andere Bezugsquelle kennt, darf mir eine Email schreiben.

Scan_Rechnung_820