Das Röhrenmeßgerät Funke W19 - Aufbau und Arbeitsweise

Der Spannungsteiler

Max gewinnt die Gleichspannungen von 10 bis 150 V durch einen Spannungsteiler. Hier zwei Fotos der Hochlastwiderstände.

Foto_Widerstandskette_400
Schaltbild_Widerstandskette_400

Ausschnitt aus dem Schaltbild

Foto1_400

Die Hochlastwiderstände vom Netztransformator aus gesehen

Links ein Ausschnitt aus dem Schaltbild. Es fällt auf, dass Max die beiden Widerstände (40 und 50 Ω) am unteren Ende der Kette vertauscht hat.

Auf dem Foto oben links deutlich sichtbar schließt sich der 50 Ω Widerstand unmittelbar an den 500 Ω Widerstand an. Ich habe die Werte nachgemessen. Die Beschriftung stimmt mit den Messwerten überein. Der Fehler liegt also im Schaltbild.

Stellen wir uns einmal die Frage, wie viel Strom durch die Widerstände fließt. Die Antwort lässt sich nur für den Sonderfall des Leerlaufs beantworten, da im Prüfbetrieb Anodenstrom und bei Mehrgitterröhren auch Hilfsgitterstrom aus dem Spannungsteiler entnommen werden.

Der Glimmstabilisator sorgt für eine konstante Spannung von 150 V oberhalb des 1880 Ω Widerstands. Die Widerstände zwischen 0 V und 150 V haben in der Summe (1880 + 2225 + 1515 + 1010 + 500 =) 7130 Ω. Der Strom durch die Hochlastwiderstände beträgt im Leerlauf also 150/7130 = 0,021 A.

Hieraus errechnet sich die Verlustleistung mit 150 V * 0,021 A = 3,1 W für den gesamten Spannungsteiler. Die Widerstände sind also was die Belastbarkeit betrifft sehr hoch dimensioniert. Ich schätze jeden der vier Widerstände auf eine Belastbarkeit von ca. 10 W. Vermutlich hat Max Drahtwiderstände verwendet, um die Temperatur gering zu halten.

Wer sein W19 zerlegt hat und die Anschlüsse nicht mehr wiederfindet, hat mit dem folgenden Schema noch eine reelle Chance. Die Farben der Drähte entsprechen meinem W19S (32.838).

Graphik_Spannungsteiler_820

Blick auf die Hochlastwiderstände vom Netztransformator aus gesehen

Ein Sammler aus der Schweiz hat mir freundlicherweise die folgenden Fotos geschickt. Er hatte einen Defekt bei seinem W19 und fand den Fehler in den Hochlastwiderständen. Eine Schelle hatte sich gelöst und der Widerstandsdraht war abgerissen.

Er empfiehlt, bei einer eventuellen Demontage der Widerstände behutsam vorzugehen. Der Widerstandsdraht ist sehr dünn.

Foto_fehlerhafter_Hochlastwiderstand1_400

Der Widerstand 1000+95 Ω mit loser Schelle

Foto_fehlerhafter_Hochlastwiderstand2_400

Der Widerstand von oben