Das Röhrenmeßgerät Funke W19 - Aufbau und Arbeitsweise

Das Gehäuse

Das Gehäuse des W19 besteht aus Sperrholz. Max hat 8 und 10 mm dicke Platten verarbeitet. Im Falle des W19 wurde das fertige Gehäuse furniert. Beim W19 S blieb es beim Sperrholz, das nur noch lackiert wurde.

Nachfolgend einige Impressionen vom Ausbessern und Überarbeiten eines W19 S.

Foto_Foto_Gehäuse00_400
Foto_Foto_Gehäuse03_400

Hier ein Teil eines W19 S. Das Gehäuse war in der vorliegenden Form nicht mehr verwendbar. Ich habe das Gerät vollständig zerlegt um es dann wieder neu aufzubauen.

Auch die Beschläge habe ich entfernt. Einerseits um diese neu zu lackieren, andererseits weil sie beim Schleifen hinderlich sind.

Hier sieht man bereits die erste Reparatur. Das Gerät hatte noch den Bügeleisenstecker. Dieser war ebenfalls schadhaft und da habe ich ihn entfernt.

Das Loch habe ich mit einem passenden Stück Sperrholz verschlossen. Mit etwas Leim ist das eine saubere Sache. 

 

Foto_Foto_Gehäuse05_400

Die Bodenplatte war ebenfalls in einem bemitleidenswerten Zustand. Ich habe die Stoßleisten abgeschraubt und den Boden durch neues Sperrholz ersetzt.

 

Foto_Foto_Gehäuse06_400

Das ist eine Aufnahme der Trennwand zwischen Kartenfach und Elektrik. Ihr seht die Schäden. Diese sind nicht durch die Benutzung entstanden. Sie waren von Anfang an da.

 

Max war kein Schreiner. Er scheint das billigste Sperrholz benutzt zu haben was es auf dem Markt gab. Es war wohl in sich nicht richtig verleimt und bricht leicht aus.

Ich musste die Trennwand durch ein neues Stück Sperrholz ersetzen.

 

Foto_Gehäuse02_400

Hier noch einmal die schlechte Verarbeitung. Das Sperrholz scheint bereits bei der Produktion des W19S ausgebrochen zu sein.

 

Foto_Foto_Gehäuse07_400
Foto_Foto_Gehäuse08_400

So sieht das Gehäuse ohne Trennwand aus. Sie ist eingenutet und dann von außen genagelt.

Im Falle meines W19 S war das Gehäuse auf einer Seite aufgerissen.

 

Foto_Foto_Gehäuse09_400

Ich musste es ganz aufbrechen um es anschließend wieder neu zu verleimen.

Ihr seht, dass die Zinken ausgebrochen sind. Ob das wieder zusammen hält?

 

Foto_Foto_Gehäuse10_400

Die Zinken habe ich mit Leim bestrichen und das Ganze dann mit Schraubzwingen wieder in Form gedrückt.

Es war die Ecke am Kartenfach. Da kann man leider keine Dreieckleiste von innen einsetzen. Vermutlich war das mit ein Grund für den Schaden.

 

Foto_Foto_Gehäuse11_400

So sieht das Gehäuse im verleimten Zustand aus. Optisch ist es nicht viel besser geworden aber die Stabilität kam zurück.

 

Foto_Foto_Gehäuse12_400

Die verbleibenden Vertiefungen habe ich mit Reparaturspachtel wieder verschlossen. Für die Oberfläche verwende ich Feinspachtel.

 

Der Unterschied besteht darin, dass Reparaturspachtel grobe Anteile enthält. Der Feinspachtel ist eine sehr ebenmäßige Masse, die sich bis auf Null ausziehen lässt.

 

Foto_Foto_Gehäuse13_400

Das ist die originale Trennwand in 8 mm schwachem Sperrholz gehalten. So etwas gehört auf den Müll.

 

Die Aussparung links unten ist kein Schaden sondern eine bewusste Vertiefung für die Aufnahme der Sicherung. Diese ist auf der Bedienplatte am äußersten linken Rand angebracht und benötigt den Platz.

 

Foto_Foto_Gehäuse14_400

Oben der passende Ersatz aus 10 mm Sperrholz.

Die Aussparung für die Sicherung habe ich mit einem Tellerbohr angebracht.

 

Foto_Foto_Gehäuse15_400

Hier wird die neue Trennwand in die Nuten geschoben.

Wenn man eine 10 mm Sperrholzplatte verwendet, muss man die beiden Enden auf 8 mm verjüngen. Die 2 mm Verstärkung sollten zum Kartenfach zeigen.

 

Foto_Foto_Gehäuse16_400

Die Trennwand ist fertig eingesetzt.

Auf dem Foto nochmal der Tellerbohr.

 

Foto_Foto_Gehäuse17_400

Auch der Boden war mickrig. Ich habe aus 8 mm Sperrholz einen neuen zugeschnitten.

 

Foto_Foto_Gehäuse19_400

Das Gehäuse habe ich rundum gespachtelt um die zahlreichen Schadstellen auszubessern.

Das Gerät wurde vermutlich bei der Bundeswehr wenig pfleglich behandelt.

 

Foto_Foto_Gehäuse18_400

Nach dem Spachteln sieht das Gehäuse dann so aus. Es kommt nur darauf an, dass es glatt ist. Die einheitliche Farbgebung erfolgt mit dem Anstrich.

 

Foto_Foto_Gehäuse20_400

Schleifpapier mit 120er Korn eignet sich recht gut.

 

Foto_Foto_Gehäuse22_400

Jetzt beginnt die Arbeit an den Beschlägen. Die Beschläge waren zum Teil dermaßen eingerostet, dass ich sie herausbohren musste.

 

Das hat zahlreiche Narben hinterlassen, die ich mit Holz und etwas Leim wieder verschließen musste.

 

Foto_Foto_Gehäuse23_400

Das überstehende Holz wird nach Aushärten des Leims abgeschnitten.

Hier zwei besonders krasse Fälle.

 

Foto_Foto_Gehäuse24_400 Foto_Foto_Gehäuse26_400

 

Foto_Beschlag14_400

Die Beschläge selbst machen auch etwas Arbeit. Meist sind sie verrostet und der Lack hat sich abgelöst.

 

Die Schrauben waren zum Teil kaum zu lösen. Offenbar hat das Gerät feucht gestanden.

 

Foto_Foto_Beschlag16_400

Die einfachste Methode ist es, die Teile über Nacht in Nitro Verdünnung einzulegen.

 

Eine geringe Menge genügt. Die Dämpfe greifen den Lack an.

 

Foto_Foto_Beschlag26_400

Nach der Kur sieht es dann so aus. Der Lack ist zerstört und kann einfach abgewischt werden.

 

Foto_Foto_Beschlag27_400

Mit einer Stahlbürste lässt sich der aufgelöste Lack leicht entfernen.

Interessant wäre ein Versuch, die Beschläge mittels Sandstrahl zu reinigen. Ich habe es noch nicht versucht. Vielleicht berichtet einer der Leser einmal darüber.

 

Foto_Gehäuse35_400

So sieht das Gehäuse aus, wenn es wieder zusammengebaut ist.