Das Röhrenmeßgerät Funke W19 - Aufbau und Arbeitsweise

Der Kreuzschienenverteiler der späten Geräte

Hier nun das bekannte Aussehen des Kreuzschienenverteilers. Es wurden zunächst Geräte hergestellt, bei den die Beschriftung als erhabene Buchstaben und Ziffern dargestellt sind. Später hat Max Klebestreifen verwendet.

Kreuzschienenverteiler_02_820

Die mit römischen Zahlen I bis VIII gekennzeichneten Buchsen werden nur von den Messkarten genutzt. Bei diesen Messungen stellt das W19 nichts anderes dar als ein Multimeter.

Die Buchsen H1, A1, G2, G1, K, A2 und H2 sind für Anschlüsse an die zu prüfende Röhre gedacht. Benutzt werden sie, wenn eine Röhre neben den Sockelkontakten noch weitere Anschlüsse besitzt. Das sind insbesondere die Topkontakte und Seitenklemmen. Außerdem werden diese Kontakte benutzt um Röhren zu prüfen, für die das W19 keine Fassung anbietet. Ein Beispiel hierfür ist die EY 51 (Karte 1499).

Wie Ihr seht hat die EY 51 keinen Sockel und muss mit fliegenden Verbindungen an das W19 angeschlossen werden.

Kreuzschienenverteiler_ohne_Abdeckung_vorn_400

Kreuzschienenverteiler ohne Abdeckplatte

Foto_EY51_400

Die EY 51

Kreuzschienenverteiler_ohne_Abdeckung_hinten_400

Abdeckplatte des Kreuzschienenverteilers von unten

Kurios ist die Beschriftung der Abdeckplatte an der Stiftposition 72. Die Stiftpositionen 64 bis 71 bestimmen den Messbereich und sind absteigend beschriftet: 250 bis 1 mA. Die Stiftposition 72 trägt den Aufdruck 0,25 mA, was tatsächlich aber so nicht ist. Die einzige Aufgabe des Stifts 72 ist die Arretierung des Prüfschalters bei der Prüfung von Dioden hinter der Schalterstellung 12. Vermutlich hat Max oder einer seiner Mitarbeiter ein unzutreffendes Layout an die Druckerei gegeben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Max jemals einen Messbereich von 0,25 mA in Erwägung gezogen hat. Das Instrument müsste im Inneren dann auch einen Shunt für diesen Messbereich haben oder es müsste zumindest ein Lötkontakt vorgesehen sein. Zudem wäre der Messbereich 0,5 mA hier anzusiedeln, wenn man die Reihe der Messbereiche logisch fortführt.

Foto_Kreuzschienenverteiler_oben_64bis71_300

Detail: Anschaltung des Instruments

Das folgende Foto zeigt den Kreuzschienenverteiler von der Unterseite; augenscheinlich ordentliche Handwerksarbeit.

Kreuzschienenverteiler_unten_820

Blick auf die Unterseite des Kreuzschienenverteilers

Foto_Kreuzschienenverteiler_unten_PIN5_400
Foto_PIN5_170

Links habe ich einen Ausschnitt aus dem oberen Foto dargestellt. Es ist die linke untere Ecke des Kreuzschienenverteilers (von unten gesehen). Von oben ist es die Stiftgruppe 20 bis 24 (Pin 5). Unter der Kontaktreihe habe ich kopfstehend die Außenansicht des Kreuzschienenverteilers dargestellt.

Links seht Ihr zwei rote Drähte. Sie führen zu allen Fassungen und dort jeweils zu Pin 5 lt. der Zählweise von Max. Pin 5 kann mittels eines Prüfstifts an 5 verschiedene Spannungen angeschlossen werden (v.l.n.r.): H1, K, G1, G2 und A1.

Ihr seht, dass die beiden roten Drähte zusammen mit einer Brücke an 5 Kontakte angeschlossen sind. Je nachdem wie der Prüfstift gesetzt wird ist Pin 5 mit H1, K, G1, G2 oder A1 verbunden. Das Foto zeigt einen Prüfstift in Position 23 (Kathode).

Gut zu erkennen sind auch zwei Widerstände an den Kontakten für G1 und G2. Sie haben einen Wert von je 100 Ohm. Vermutlich sollen sie die Schwingneigung dämpfen (UKW-Sperre). Diese Widerstände sind an allen Pins vorgesehen, die zu G1 oder G2 führen. Im Schaltbild sind sie nicht eingezeichnet.